Musikproduktion statt Musik selber machen

Musikproduktion ist ein schöpferischer Vorgang. Es wird etwas erschaffen, nämlich ein Musikstück, das dann beliebig oft "aus der Konserve" abgespielt werden kann.

Schöpferische Vorgänge gibt es zahlreiche im Leben des Menschen: Autos, Häuser, Musikinstrumente - all das wird auf eine ähnliche Weise erschaffen. Warum soll dann aber mit der Produktion von Musik etwas nicht in Ordnung sein?

Schauen wir uns das an einem Beispiel an:

Ich bin Softwareentwickler und verdiene mein Geld mit der Entwicklung von Software. Das ist genau wie die Produktion von Musik ein schöpferischer Vorgang:

  1. Es gibt einen Schöpfungsprozess, bei dem etwas entsteht.
  2. Es gibt das Produkt, welches aus dem Schöpfungsprozess hervorgeht.
  3. Das Produkt erfährt eine Nutzung in irgendeiner Weise.

Das Produkt ist das Ziel des Schöpfungsprozesses.

Warum tut man so etwas?

Eine Motivation ist natürlich das Geld verdienen. Aber das ist eigentlich nicht das Wesentliche. Die eigentliche Motivation von Softwareentwicklung, ist der Nutzen, welchen die Software später für ihre Nutzer hat. Für diesen Nutzen entwickelt man Software.

Entsprechend verhält es sich bei der Musikproduktion: Ein Musikstück wird produziert, damit es später konsumiert werden kann.

Was genau soll also damit nicht stimmen?

Schauen wir uns zunächst noch einmal das "natürliche Musizieren" an:

Es hat eine völlig andere Charakteristik, als die oben beschriebenen schöpferischen Prozesse. Es geht beim Musizieren, nicht um ein Resultat in Form eines Produktes, sondern um den Vorgang an sich. Das Musizieren als Solches macht Freude und genau deshalb wird es getan. Es geht um die reine Freude am Tun.

Bei der Musikproduktion geht es also um einen schöpferischen Prozess, an dessen Ende ein Musikstück für den Musik-Konsum entsteht und beim Musizieren geht es um die Freude am direkten Hervorbringen der Musik.

Das Problem ist nun:

Musikproduktion löscht das natürliche Musizieren aus.

nächstes Kapitel: Das Ende des Musizierens
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